
Lediglich die Reste des ehemals volkseigenen DDR-Betriebs VEB Elektrokohle sind erhalten geblieben. Dessen Hauptsitz in der Herzbergstraße in Berlin-Lichtenberg wurde nach der Wende stillgelegt.Alte Produktionshallen und einer der höchsten Schornsteine von Ost-Berlin wurden abgerissen, der schadstoffbelastete Boden musste abgetragen werden.
Im zugehörigen Kulturhaus Elektrokohle fand im Dezember 1989 ein legendäres Konzert der Einstürzenden Neubauten statt.
Auf dem direkt angrenzenden Areal hat sich nun das “Dong Xuan Center” angesiedelt. Berlins größtes asiatisches Kultur- und Handelszentrum umfasst 88.000 Quadratmeter und ist unbedingt einen Besuch wert.

Die heutige Geschichte des Spreeparks Plänterwald ist zweifellos eng mit der Wahnsinns-Lebensgeschichte des Berliners Norbert Witte verbunden. Der übernahm den einstigen Vergnügungspark der DDR Anfang der 90er Jahre und wirtschaftete den Betrieb kontinuierlich herunter.
2002 setzte sich Witte dann in einer Nacht-und Nebelaktion mit einigen der größten Fahrgeschäfte des Parks nach Peru ab. Zwei Jahre später wurde er beim Kokainschmuggel (im Inneren eines Karussells) erwischt und zusammen mit seinem Sohn verurteilt. Dieser sitzt seither unter erbärmlichen Bedingungen in einem peruanischen Gefängnis.
Das Drama um Norbert Witte und seine “erfolgreichen Geschäftsideen” wurde zum Thema des wunderbaren Dokumentarfilms “Achterbahn”, der 2009 in die Kinos kam. Seit Mitte 2011 ist der Spreepark tageweise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Sobald um Ostern herum die Saison eröffnet ist, tummeln sich an jedem Renntag Tausende auf der Tribüne und den weiten Rasenflächen der Galopprennbahn.
Dabei geht es auf einer der schönsten Rennbahnen Deutschlands kein bisschen elitär zu. Auf dem Rasen, der unmittelbar an die Bahn angrenzt wird gepicknickt, gefeiert und angefeuert.
In den Innenräumen trifft man kaum einen Menschen, die Anlage verströmt soviel Charme - und das Wetten ist darüberhinaus für jeden erschwinglich. Unausgefüllte Wettscheine eignen sich auch hervorragend als Unterlage für wackelige Stehtische.

Noch finden sich hier die Garderobenhaken, an die die Arbeiter einst ihre Jacken aufgehängt hatten. Die Gebäude, in denen die Druckmaschinen standen, werden vollständig abgerissen. Hier wurde bis 2008 das “Neue Deutschland” produziert, die sozialistische Tageszeitung, die bis 1989 das Zentralorgan der SED war.
Die Redaktion der Zeitung, die auch nach der Wende weiter produziert wird, befindet sich noch immer hier am Franz-Mehring-Platz, auf dem Gelände der Druckerei soll hingegen eine zentrale Opernwerkstatt für Berlin entstehen.
Am Ende des Winters 2009 sind in den schneebedeckten Ruinen viele Spuren der ehemaligen Nutzung sichtbar, Eisengeflechte und verrostete Rohre ragen überall aus dem Beton, auf dem riesigen Gelände stehen Schaltschränke und Schreibtische.

Gleich hinter dem Berliner Hauptbahnhof liegt seit Ende 2006 der “Geschichtspark Ehemaliges Zellengefängnis Moabit”. In Beton nachgegossene stilisierte Gefängniszellen mit schmalen Seeschlitzen geben den Blick nach außen frei.
Der angrenzende Hauptbahnhof mit seinem hohen Glasdach und dem Menschengewirr verschwindet nahazu hinter den hohen Mauern. Der Park ist gut verborgen und strahlt mit seinen klaren Formen und weiten Rasenflächen eine große Ruhe aus.
Auf der halbhoch weiß getünchten Innenseite eines Mauerabschnitts ein Zitat aus Albrecht Haushofers Moabiter Sonette: “Von allem Leid, das diesen Bau erfüllt, ist unter Mauerwerk und Eisengittern ein Hauch lebendig, ein geheimes Zittern”.

In einem Kreuzberger Hinterhof, Naunynstraße: großer Einkaufswagen, kleiner, hellblauer Monoblock. Um die Ecke in der Adalbertstraße 95 teilt sich der türkische Fischladen Öz Karadeniz Balikcisi die Adresse mit dem Kreuzbergmuseum in unmittelbarer Nähe zum Kottbusser Tor.
Am Fenster des Ladens, zu dem man ein paar Stufen hinabsteigen muss, ist die Fischreklame durch die Sonneneinstrahlung hellblau ausgeblichen und passt perfekt zu den flankierenden Fischfotos rechts und links.
In der Nähe Moritzplatz/Prinzenstraße eine Filiale von Berlins Transportauto-Verleih Nummer 1. Robben & Wientjes’ Wappentier, die Robbe, hat deren Autos ihren Namen gegeben. Wer umzieht in Berlin, mietet eine Robbe.

Im Dreieck Gertraudenstraße, Scharrenstraße und Brüderstraße nicht weit der Leipziger Straße steht der weiße Plattenbaukomplex mit den durchbrochenen Treppenhausfenstern.
Das mit braunen Keramikplatten verkleidetet Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft Mitte umrahmt die Ecke Dircksen- und Rochstraße. 1984-1987 erbaut, folgt die geschwungene Fassade dem kurvenförmigen Verlauf der Dircksenstraße und der gegenüberliegenden S-Bahn-Strecke.
Ein Stück weiter in Richtung Alexanderplatz hängt an der Stirnseite einer S-Bahn-Unterführung das erloschene M, die Leuchtreklame der ehemaligen Markthalle am Alex.

Die Fähre der Berliner Verkehrsbetriebe verkehrt das ganze Jahr über zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Kladow. In 20 Minuten erreicht man den kleinen Ortsteil von Spandau.
Einige ältere Schiffe besitzen noch diese schöne Innenausstattung: bunte Metallkleiderhaken, gut gepolsterte Stühle um kleine Tischchen herum und verglaste, halbrunde Warenauslagen im Zusammenspiel mit sehr viel Plastik-Holzvertäfelung.

Im Hof des Stasimuseums (Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße) befindet sich ein Pferdewurst-Imbiss. Die Betreiber haben die Tische zum Verzehr der Würste mit passenden Plastikdecken versehen.
Der Asia-Imbiss auf der angrenzenden Ruschestraße konnte der Pferdewurst nicht die Stirn bieten.
Ein schönes Plastikdecken-Design aus der direkten Nachbarschaft: an der Rückseite des Theaters an der Parkaue.

Die Haupthalle des Flughafen Tempelhof (Architekt: Ernst Sagebiel) enstand in den 30er Jahren. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Flughafen zur Berliner Airbase der US-Armee.
Um den monumentalen Eindruck der Haupthalle etwas zu mildern, hat man die ursprünglich in 19 Metern Höhe hängende stark beschädigte Stuckdecke Ende der 50er Jahre durch eine auf 15 Meter abgehängte Kassettendecke ersetzt.
Im Herbst 2008 beendete Berlin-Tempelhof seine Zeit als aktiver Flughafen. Seit Mai 2010 ist das Flugfeld tagsüber wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.